Schluss mit Verstellenmüssen!

Warum eigentlich ist es so unnormal normal, dass Menschen (fast) überall, wo sie sich befinden, Theater spielen? Eine Rolle, an die bestimmte Erwartungen gestellt werden.

Sind wir Menschen so vielschichtig, dass wir das brauchen und es anders nicht ausdrücken können? Der Job-Jim, die Privat-Paula, die Sport-Susie oder der Kunst-Karl, nicht zu vergessen der LinedIn-Linus, die Facebook-Franzi und der Instagram-Ingolf?

Alles verschiedene Rollen, die im virtuellen Raum auch mühelos eine Person einnehmen könnte.

Neulich erklärte jemand das Zeitalter der verschiedenen, in einer Person vereinten Rollen für beendet. Authentizität auf allen Ebenen. Keine Unterschiede mehr, keine Trennlinien zwischen privaten und beruflichen Personen.

Kein Verstellenmüssen mehr bitte!

Ja! Jajaja, dachte ich mir, weil ich dieses (gesellschaftlich oder kontextabhängig) erzwungene Verstellen auch hasse. Einen Anzug tragen weil man zu einer bestimmten Gelegenheit Anzug trägt. Oder keinen Anzug tragen, weil man eben beim Grillen im Garten (als Gast) keinen trägt.

Auch mit bestimmten Leuten unbestimmte Nichtigkeiten auszutauschen, weil der Anlass das erfordert oder sich in einer bestimmten Art und Weise darstellen zu müssen, weil man sonst aus dem Rahmen fällt.

Permanente Rollenwechsel nagen an der Zufriedenheit

Ständig in andere Rollen wechseln zu müssen, schadet der Zufriedenheit erheblich und behindert die Selbstwirksamkeit.

Andererseits hat vermutlich jeder das Bedürfnis, dass nicht alle Facetten der eigenen Person offenbar werden. Oder zumindest nicht alle allen. Und manche möchte man vielleicht auch für sich behalten.

Ich würde einmal so sagen: Von außen aufgezungene Rollen sollten verschwinden, obsolet werden (und immerhin bin ich zuversichtlich, dass wir wenigstens auf dem Weg dorthin sind.

Selbst sollte jeder entscheiden, welche Facetten andere zu sehen bekommen und der Rest ist Privatsache.

#Selbstfürsorge #Selbstwirksamkeit

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